Wer isst denn bitte Fensterkitt?

Die Geschichte zu meinem ersten deutschen Song

Chapel Mountain – Fensterkitt

Die Geschichte hinter dem Song

Wer mich kennt weiß: Der Daniel und Hochdeutsch. WHAT? Und ja, obwohl Niederbayerisch im Allgemeinen in ganz Deutschland als schöner Dialekt wahrgenommen wird, so zumindest meine Erfahrung, würde ich gerne etwas mehr nach der Schrift sprechen können. Wäre da nicht das typische rollende R. Aber wie überall, haben eben die Leute im Süden mehr Temperament und daher auch ein weitaus aussagekräftigeres R. So. Genug gerechtfertigt. Jedenfalls hindert mich mein rollendes R, als Nicht-Bayer durchzugehen und das führt dann dazu, dass ich in der Regel keine große Lust habe mich der Anstrengung Hochdeutsch zu sprechen hingebe. Was ich aber für mich rausgefunden habe, wenn ich Zuhause Hochdeutsch spreche, singe ich die Wörter und das führte mich zu dem Gedanken ein deutsches Lied zu wagen. Die Initialzündung hierfür kam aber nicht von mir sondern von meinem Sandkasten-Kumpel Max.

Dani! Hör dir einfach mal nen Michael Jackson Song an. Da ist nicht viel. Bass, Synth, bissl Gitarre und Schlagzeug. Und das Zeug funktioniert.

Zugegeben auch dieser Vergleich hinkt in etwa so sehr wie Daniel und Hochdeutsch, denn welcher Normal-Sterbliche, der noch alle Tassen im Schrank hat, vergleicht sich schon mit dem King of Pop. Aber ihr versteht wo die Reise hingeht. Meine Songs aus den vergangenen Jahren haben viele verschiedene Einflüsse und klingen oft etwas überladen. Der Max hat recht, dachte ich und so machte mich also ans Werk.

Also begann ich als erstes mit der Bass-Line. Easy. Simple. Nen Synth-Teppich drunter, ein paar Akkorde an der Gitarre und hier und da bisschen Melodie. Zack. Der rohe Track stand. So nun also, ganz Michael Jackson like die Lyrics.

The Point where reality kicks in.

Es gibt ja verschiedene Herangehensweisen wie man Texte schreibt, die einen sammeln Ideen und tragen diese wie Fragmente, Stück für Stück zusammen, andere schreiben einfach drauf los und reduzieren das geschriebene so lang bis sie zum gewünschten Ergebnis kommen und ich mach mir ein Bier meiner Wahl auf und drücke die RECORD Taste und improvisiere. Wahrscheinlich würd es auch ohne Bier gehen. Aber Bier schmeckt mir und hat den netten Ballmer Peak Effekt. Es macht kreativ. Natürlich, zu viel davon ist eher kontraproduktiv. Das hier ist auch keine Empfehlung Bier zu trinken. Genug. Ich stelle mich also vors Mic und fange an zu singen. Ohne zu denken. Ich lasse meinen Gedanken einfach freien Lauf, bis ich auf eine Zeile komme die mir gefällt. Diese Herangehensweise sehe ich dann als Grundstein und Richtung für meinen Song. Und bei Fensterkitt war es zum ersten mal in meiner musikalischen Zeit ein deutscher Satz.

Und während ich immer noch neben mir steh, kuck ich mich an, shit es tut so weh, ich weiß nicht was ich tun soll, ich weiß nicht wo ich noch hin soll.

Die Lyrics zu Fensterkitt sind für mich die persönlichsten Worte die ich je in einen Song verpackt habe. Im September 2018 verstarb meine Mutter nach nur neun Monaten Kampf gegen Brustkrebs. Und was soll ich sagen. Man fühlt sich nach so einem Jahr als würde einem der Stecker gezogen, der Boden unter den Füßen weggerissen und jegliches Selbstvertrauen geraubt werden. Und irgendwie will man sich zu seinen Gefühlen äussern aber es kommt nicht an. Es ist wie bei Potter und den Testralen. Nur wer es selbst miterlebt hat, versteht wie es sich anfühlt.

Und bevor ich mir jetzt noch nen Wolf schreibe und erkläre was ich sagen wollte, hört euch den Song an und wenn ihr Lust habt, lasst nen Kommentar da.

 

 

 

Written by Daniel Petz

Urbane Ästhetik, gute Musik, schöne Bilder, Klamotten und das Gefühl völliger Freiheit machen mich glücklich. Ich heiße Daniel und THE THREE SEVEN zeigt Dir wie man´s machen kann.

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